Von Excel zu WebMo: Karunas partnerschaftlicher Weg zu besserem Monitoring

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Hector Alfaro - Do., 14. Sep 2023

Karuna Deutschland ist ein gemeinnütziger Verein, der sich für die Stärkung marginalisierter, benachteiligter Bevölkerungsgruppen in Indien und Nepal einsetzt. Zusammen mit ihren Projektpartnern vor Ort, unterstützen sie Projekte in den Bereichen Frauenrechte, Bildung, Lebenserwerb, Gesundheit und Klimawandelfolgen.

Bei Karuna begann alles mit einem WebMo für das Maitri-Netzwerk. Inzwischen nutzt die Organisation WebMos für fünf ihrer Projekte, die alle der Logframe-Methodik folgen. Für das Maitri-Projekt werden regionale Indikatoren aus 32 indischen Distrikten in zehn Bundesstaaten zum globalen Netzwerkprogramm zusammengefasst.

Wir sprachen mit Susanne Traud-Dubois, Vorsitzende von Karuna Deutschland, Deepak Mohapatra, Projektcontroller bei Karuna Deutschland und Omkar Ji, Koordinator für Monitoring und Evaluierung (M&E) beim lokalen Maitri-Partner Jan Sahas, über ihre Erfahrungen mit WebMo.

 

Warum haben Sie sich in Ihrer Organisation für WebMo entschieden?

Susanne Traud-Dubois: Bevor wir WebMo eingeführt haben, haben wir für das Monitoring mehr oder weniger professionell Excel-Tabellen genutzt. Nur wenige lokale Partner haben die Tabellen verknüpft und analysiert; sie konnten das Excel-System nicht wirklich gut nutzen. Vor einigen Jahren haben wir dann bei einem Webinar zu Wirkungsmessung Robert Heine und energypedia consult kennen gelernt. Das hat unser Interesse an einer Softwarelösung fürs Monitoring wieder geweckt und wir haben uns schnell für WebMo entschieden.

Nachdem unser Antrag von unserem Geldgeber für das Maitri-Projekt angenommen wurde, konnten wir starten. Nach und nach kamen dann für weitere Projekte mehr WebMos hinzu. Wir stellen unseren Geldgebern jedes WebMo getrennt in Rechnung. Ein globales WebMo für die gesamte Organisation wäre klasse – dann müssten allerdings auch unsere kleineren Projekte darin eingebunden werden und dafür fehlen momentan die Kapazitäten.

Nirbhaya kickoff
Kickoff-Meeting des Nirbhaya-Projektes in Indien mit lokalen Partnern. Nirbhaya ist eines von fünf Projekten bei Karuna, bei denen WebMo für das Monitoring genutzt wird.

Welche Features und Anwendungsmöglichkeiten schätzen Sie besonders?

Deepak Mohapatra: Ich finde die automatischen Fortschrittsbalken und Tortendiagramme nützlich, um zu sehen, wie ein Projekt zu einem bestimmten Zeitpunkt auf seine Ziele zusteuert, und um bei Bedarf entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Außerdem finde ich es hilfreich, dass wir den Logframe auf mehrere Partner oder Regionen aufteilen können.

Omkar Ji: WebMo ist nutzerfreundlich und das Monitoring baut direkt auf unseren messbaren Indikatoren auf. Von den verschiedenen Indikatortypen finde ich den Baseline-Target-Current Indikator am besten, da er es ermöglicht, anhand von Datensätzen den Ausgangswert mit dem aktuellen Status zu vergleichen. WebMo hilft uns außerdem unsere Rohdaten zu verifizieren.

 

Wie wurde WebMo von den lokalen Projektpartnern angenommen?

Omkar Ji: Manche Partner müssen mehr an das Tool herangeführt werden, andere weniger.

Susanne Traud-Dubois: Wie gut WebMo von den lokalen Projektpartnern angenommen wird, hängt sehr von der Computer-Affinität der jeweiligen Verantwortlichen ab. Manche Partnerorganisationen werden von Aktivistinnen geleitet, die die Arbeit eher aus sozialen, kämpferischen Beweggründen angehen, und nicht die akademische Sicht der Entwicklungszusammenarbeit haben. Da hat das Monitoring manchmal keine Priorität. Daher ist es wichtig, dass wir auf der Projektleitungsebene Unterstützung anbieten. 

Nirbhaya WebMo screenshot
Screenshot aus dem Nirbhaya WebMo. Das Projekt wird von Partnerorganisationen in sieben ausgewählten Distrikten Indiens durchgeführt, in denen es eine hohe Anzahl an Gewaltfällen gegen Frauen gibt.

Inwiefern hat WebMo das Monitoring und die interne Zusammenarbeit verändert?

Susanne Traud-Dubois: Das Monitoring hat sich auf jeden Fall verbessert. Wir haben allerdings noch keine Abschlusserfahrung. Mit dem Maitri-Projekt sind wir erst am Ende der ersten Laufzeit. In der Rückschau war manches in WebMo nicht immer eindeutig, zum Beispiel wie man die Indikatoren erfasst. An der internen Zusammenarbeit hat sich eigentlich nichts verändert, da WebMo hauptsächlich auf Ebene der Partnerorganisationen gepflegt wird. Diese schicken uns Berichte auf Basis der Daten aus WebMo und zusätzlichen narrativen Elementen. Wir stellen daraus auf der Ebene von Karuna Deutschland Berichte für die Geldgeber BMZ und EU zusammen.

Logo Karuna

„Wenn wir Probleme haben oder Fragen, ist jemand von energypedia consult immer sehr schnell bereit zu helfen.“

Susanne Traud-Dubois, 1. Vorsitzende und Geschäftsführung, Karuna Deutschland

Haben Sie einen Rat für interessierte Nutzer*innen?

Susanne Traud-Dubois: Um das Tool mit Leben zu füllen und am Leben zu halten, braucht es jemanden, der sich hauptamtlich darum kümmert. Das sollte bei jemandem in der Stellenbeschreibung stehen. Wenn die Verantwortlichkeit offen bleibt, kann es passieren, dass sich niemand darum kümmert, und das wäre schade. Für viele unserer lokalen Partner ist es eine Pflichtübung und es braucht daher jemanden, der die Leute regelmäßig daran erinnert, die Daten einzutragen. Wir haben zum Glück für jedes Projekt jemanden gefunden – bei Maitri ist es beispielsweise Omkar, beim Projekt Nirbhaya mit seinen fünf Partnerorganisationen hat Deepak die Rolle übernommen. 

 

Wir danken Frau Traud-Dubois, Herrn Ji und Herrn Mohapatra für ihre offenes Feedback und die Einblicke in die Arbeit mit lokalen Projektpartnern.

Autorin: Anna Matuschka